Ambachew strahlt vor Glück

Ambachew Tesfaye kann nach einer OP am Grauen Star seine Ausbildung fortsetzen
Foto: Die Augenklappe ist abgenommen. Ambachew Tesfaye kann die Hand des Krankenpflegers wieder genau sehen. Credit: Uli Eigner

Der Schüler Ambachew Tesfaye ist 15 Jahre alt und lebt in der Kleinstadt Makesagnit. Vor drei Jahren hat er sich eine Augenverletzung zugezogen, als er die Ziegen seiner Familie, die in einem Dorf in der Nähe von Makesegnit wohnt, gehütet hat.
Zuerst ist Ambachew überzeugt, dass sich das Problem von selbst lösen wird, denn sein Auge ist schnell verheilt. Doch nach und nach bemerkt er, dass er immer weniger von dem sieht, was um ihn herum vorgeht. Das Schlimmste: er kann dem Unterricht kaum noch folgen, weil er nicht mehr lesen kann, was auf der Tafel steht. Auch seine Bücher verschwinden mehr und mehr hinter einem grauen Nebel.

Der Traum von Bildung – aus und vorbei?

Für Ambachews Eltern ist das sehr schlimm. Von ihrem kleinen Einkommen zahlen sie Monat für Monat einen beträchtlichen Teil, um ihrem Sohn die Schulbildung in der Stadt zu ermöglichen. Und jetzt das! Die Familie überlegt, Geld für eine Fahrt ins ferne Gondar zu sparen, wo es ein großes Spital gibt. Aber woher nehmen? Da erfährt Ambachew, dass LICHT FÜR DIE WELT einen mobilen Hilfseinsatz nach Makesegnit unterstützt. Augenarzt und Chirurg kommen direkt an seinen Wohnort!

Beim Hilfseinsatz

Die Fachleute untersuchen Ambachew und sind sich einig: ein klarer Fall von traumatischem Grauem Star. Hier hilft nur der Austausch der getrübten Linse. Das geschieht gleich vor Ort unter lokaler Betäubung. Ambachew beißt die Zähne zusammen und wird positiv überrascht: nur 15 Minuten dauert es, dann hat er sein Augenlicht wieder.
„Das Schönste für mich“, erklärt Ambachew mit einem breiten Grinsen, als ihm die Augenklappe abgenommen wird, „ist, dass ich wieder in die Schule gehen kann. Ich will lernen, damit etwas aus mir wird.“