Blinder Radiomoderator: "Ich gehe mit gutem Beispiel voran!"

Trotz ihrer Behinderungen sind Filipe und Olga eine Inspiration für ihre Gemeinschaften. Sie informieren über das Coronavirus und klären vor allem Menschen mit Behinderungen über die Risiken auf.
Der Radiomoderator Filipe und sein Team (c) Licht für die Welt

 

“Nicht mehr sehen zu können hat alles verändert. Plötzlich war ich nicht mehr derselbe,“ erzählt Filipe (29) aus Mosambik. Er hat mit 17 Jahren das Augenlicht verloren, wodurch sich sein Leben schlagartig veränderte. Es folgten noch weitere Schicksalsschläge. Filipe bekam Epilepsie und eine unbekannte intellektuelle Beeinträchtigung. Zu dem Zeitpunkt konnte er nicht mehr in die Schule gehen, lesen, schreiben oder andere Dinge tun, die er gerne machte. „Ich wollte schon aufgeben“, erzählt Filipe.

Erst nachdem er Unterstützung von LICHT FÜR DIE WELT erhielt, hat sich das Blatt gewendet. Durch körperliche Rehabilitation lernte Filipe sich trotz seiner Blindheit zurechtzufinden. Dank der psychosozialen Unterstützung konnte er seine Sorgen teilen und gewann wieder mehr Selbstbewusstsein.

Filipes Wunsch, etwas zu verändern wuchs mit seiner neu gefunden Stärke. Er beschloss, Radioproduzent und Moderator zu werden. Heute spricht er zu seinen Hörern und ist eine Inspiration für seine Community.

COVID-19: Informationen sind schwer zugänglich

Als das Cornavirus näher kam, wollte Filipe vor allem Menschen mit Behinderungen schützen und startete ein Radioprogramm namens "Gemeinschaft und Behinderung". Es informiert über das Virus, Ansteckungsgefahren und Schutzmassnahmen. Dieses Wissen ist vor allem für Menschen mit Behinderungen äusserst wichtig, denn nur wenig Information ist unterstützend in Gebärdensprache oder in Brailleschrift zugänglich.

Dieses Problem kennt auch Olga aus Gorongosa, Mosambik. Die siebenfache Mutter ist Aktivistin und verbreitet Wissen durch Dialog in ihrer Gemeinschaft. Sie bietet eine Plattform für Menschen mit Behinderungen, um über ihre Wünsche, Sorgen und Herausforderungen zu sprechen. Seit das Coronavirus ausgebrochen ist, erklärt Olga auch, wie man sich am besten vor dem Virus schützen kann und andere vor einer Ansteckung bewahrt.

Die 49-jährige Mutter weiss vor welchen Herausforderungen Menschen mit Behinderungen stehen. Sie braucht Hilfe beim Gehen, seit sie zwei Jahre alt ist. Ihre Behinderung hätte verhindert werden können: „Meine Familie hat mich nicht früh genug ins Krankenhaus gebracht. Man hätte meine Beine retten können“, sagt Olga. Das Verständnis für ihre Behinderung fehlte in ihrem Umfeld. „Obwohl ich sehr gut in der Schule war, durfte ich sie nicht mehr besuchen. Meine Eltern waren überzeugt davon, dass ich es mit meiner Behinderung ohnehin nicht weit bringen würde.“

Liebe ist der Schlüssel

Seitdem kämpft sie für ihre Rechte und die Rechte von Menschen mit Behinderungen. „Was passiert ist, sollte nicht unsere Zukunft bestimmen! Deshalb gehe ich als gutes Beispiel voran und helfe meiner Gemeinschaft. Liebe ist der Schlüssel gegen Diskriminierung.“