Corona-Virus, ein Risiko für Afrika

Licht für die Welt prüft laufend die Entwicklungen zum Corona-Virus. In Afrika dürfte sich die Situation für die Ärmsten verschlimmern.
Corona trifft Menschen mit Behinderungen besonders stark (c) Light for the World

Voll arbeitsfähig und motivierter denn je

Als weltweit tätige Organisation hat sich Licht für die Welt trotz Corona-Virus rasch aufgestellt und die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umgesetzt, um eine mögliche Verbreitung zu minimieren und gleichzeitig voll arbeitsfähig zu sein. In vielen Ländern, in denen wir vor Ort Hilfe leisten, werden derzeit keine Reisen durchgeführt, flächendeckend wurde Homeoffice eingeführt. „Dieser Schritt war nötig, damit unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund bleiben, um die vielen wichtigen Hilfsprojekte fortführen zu können“ sagt Gabriel Müller, Geschäftsführer Licht für die Welt Schweiz. „Gerade in dieser schwierigen Zeit sind wir motivierter denn je, weiterhin Menschen in den ärmsten Regionen der Welt mit Dienstleistungen rund um die Augengesundheit und im Themenkreis Behinderung zu unterstützen.“ 

Gesundheitssysteme in Afrika könnten kollabieren

In Europa zeigt sich, wie die Gesundheitssysteme überall gefordert werden. Trifft das Virus beispielsweise Subsahara Afrika mit gleicher Wucht wie derzeit Europa, werden die Folgen viel massiver sein. Menschen haben kaum Zugang zu sauberem Wasser oder medizinischer Versorgung. Selbst regelmässiges Händewaschen ist schwierig. Isolierung von Risikogruppen ist gerade in stark besiedelten Gebieten und Slums kaum durchführbar. 

Licht für die Welt engagiert sich seit Jahren dafür, die teilweise fragilen Gesundheitssysteme vor Ort in Afrika zu stärken. Mit Hilfe der Unterstützung unserer Schweizer Gönnerinnen und Gönner wurden Gesundheitssysteme aufgebaut, die nun in Gefahr sind, zu kollabieren. Bisher gab es zwar nur wenig berichtete Fälle von Corona-Virus in Afrika, doch könnten die gemeldeten Zahlen rapide steigen („Mehr Tests, mehr Fälle, SRF, 16.3.). Licht für die Welt ist besorgt über die Auswirkungen auf die ärmsten und am stärksten gefährdeten Menschen – die Frauen, Männer und Kinder mit Behinderungen in unseren Projektländern. Die Krankheitsverläufe aufgrund einer Corona-Virus-Infektion sind bei diesen Bevölkerungsgruppen überall auf der Welt deutlich schwerer und die Mortalitätsrate entsprechend hoch.  

„Obwohl Afrika derzeit noch nicht in den Schlagzeilen steht, werden die Menschen dort mit höchster Wahrscheinlichkeit massiv davon betroffen sein, besonders Menschen mit Behinderungen. Wir dürfen in diesen schwierigen Zeiten nicht die von Armut betroffenen und noch Schwächeren in den Entwicklungsländern vergessen“ warnt Gabriel Müller. Licht für die Welt setzt sich dafür ein, dass die Empfehlungen und Informationen zum Schutz auch für blinde und anderweitig behinderte Menschen zur Verfügung stehen. Tests, die derzeit vermehrt vorgenommen werden, sollten auch bei Menschen mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen zum Einsatz kommen. Medizinisches Personal benötigt Schulungen, um die Corona-Tests und -Behandlungen bei Menschen mit Behinderungen fachgerecht durchführen zu können. Zudem sollten Desinfektionsmittel und Masken gezielt an Menschen mit Behinderungen verteilt werden.  

„Es wurde viel getan, doch es bleibt noch viel zu tun“ so Gabriel Müller. „Unser Dank gilt den Schweizer Gönnerinnen und Gönnern für die Unterstützung und Solidarität in dieser schwierigen Zeit.“