Das Glück ist ein Regenbogen

Nach ihrer Augen-OP steht Maria Marupa wieder mitten im Leben.
Maria Marupa: Das Glück ist ein Regenbogen. Foto: Ulrich Eigner

Graue Schleier senken sich...

Die Sonne steht hoch am Himmel. Maria Marupa rammt den Spaten fest in den Boden. Legt behutsam einen Samen ins entstandene Erdloch. Nächster Schritt. Wieder saust der Spaten in den Boden … „Die Arbeit ist hart“, sagt Maria, „aber nicht arbeiten zu können ist sehr viel härter!“ Die 53-jährige Bäuerin aus Mosambik weiss, wovon sie spricht: Seit einem Jahr ist ihr Augenlicht immer schwächer, ihre Sicht immer trüber geworden. Auf dem Feld zu arbeiten, war undenkbar.
Monate vergehen von blickdichten grauen Schleier umgeben – bis Marias Neffe von einem mobilen Hilfseinsatz von LICHT FÜR DIE WELT erfährt und gemeinsam mit seiner Tante den Weg auf sich nimmt.

Maria wird operiert!

Nach einer langen, strapaziösen Reise trifft Maria erschöpft in der Gesundheitsstation ein. Nach einem kurzen prüfenden Blick erklärt ihr der Arzt, dass sie Grauen Star hat und nach einer Operation wieder sehen könnte. Trotz ihrer Angst willigt Maria ein. Als ihr am folgenden Tag der Verband abgenommen wird, kann sie ihr Glück kaum fassen. Ihr Augenlicht ist gerettet. Überglücklich flüstert sie: „Meine restlichen Sinne wurden in den letzten Monaten geschärft. Ich erkannte Menschen schon bevor sie anfingen zu sprechen. Aber manches können die übrigen Sinne nicht wahrnehmen. Einen Regenbogen zum Beispiel.“

Und während sie ihre Kinder umarmt, fügt sie hinzu: „Wenn ich heute einen Regenbogen sehe, denke ich daran, wieviel Glück ich im Leben gehabt habe."