Frauen mit Behinderungen an vorderste Front

Frauen mit Behinderungen sind am Arbeitsmarkt stark benachteiligt. Licht für die Welt fördert Projekte und Organisationen, welche die Anliegen von Frauen berücksichtigen und vertreten.
In der Muloha Selbsthilfegruppe in Kenia sind Frauen am Steuer (c) Licht für die Welt

Es ist kein Geheimnis, dass Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts weltweit benachteiligt werden. Sie leben vermehrt in Armut und sind mit 19,2% auch häufiger von Behinderungen betroffen als Männer mit 11%.  

Der fehlende Zugang zu Ressourcen wie Gesundheitsservices, Bildung, Arbeit, Land oder Krediten treibt Frauen öfter in die Armut. Oft finden sie in der Schattenwirtschaft Beschäftigung, in der sie keinen rechtlichen Schutz haben, weniger verdienen und mehr arbeiten müssen. Zusätzlich verrichten sie unbezahlte Hausarbeit und versorgen und pflegen Familienmitglieder. Dabei steht das Wohl der Kinder im Vordergrund. Aus diesem Grund gehören Frauen oft zu den Ärmsten der Armen.  

Benachteiligungen am Arbeitsplatz 

Diese Diskriminierung ist auch in Statistiken zum Thema Arbeit und Bildung zu finden. Frauen sind im Arbeitssektor stark benachteiligt. Wenn sie eine Behinderung haben, vergrössert sich diese Kluft und erlaubt nur 19,6% der Frauen mit Behinderungen einer Arbeit nachzugehen. Im Vergleich dazu haben 52,8% der Männer mit Behinderungen Arbeit. 

Die Möglichkeit, für sich selbst sorgen zu können, sich Eigentum anzuschaffen und damit ein unabhängiges Leben zu führen, wird Frauen mit Behinderungen oftmals wegen ihrer Behinderung abgesprochen. Gleichzeitig sind sie vermehrt Gewalt und sexuellem Missbrauch ausgesetzt.  

Vor allem aufgrund des Stigmas, das in vielen Gesellschaften gegen Menschen mit Behinderungen besteht, finden viele von ihnen keine Partner, haben kaum die Möglichkeit, eine Familie zu gründen und sind von ihrem Erbe ausgeschlossen. Diese Umstände befördern sie in eine Abhängigkeit von Dritten, in der derzeit mehr als 80% von Frauen mit Behinderungen leben.  

Eine Selbsthilfegruppe entdeckt ihren Unternehmergeist  

In der Muloha Selbsthilfegruppe in Kenia sind Frauen am Steuer. Viele von ihnen kümmern sich um ihre Kinder mit psychosozialen Behinderungen und finden in der Gruppe Verständnis und Unterstützung. Gemeinsam haben die Mitglieder der Gruppe beschlossen, sich gemeinsam selbstständig zu machen. Seife ist ein stark nachgefragtes Produkt in ihrem Umfeld, weswegen sie sich auf die Seifenproduktion spezialisiert haben.  

Licht für die Welt hat die Gruppe mit den notwendigen Materialien wie Rohstoffe für die Seife und einer Waage ausgestattet und beim Branding unterstützt. Jetzt ist die Gruppe bereit, ihre Verkaufsziele zu erreichen.  

Mit Unterstützung von Licht für die Welt konnte die Selbsthilfegruppe Muloha eine starke Seifenmarke entwickeln. © Licht für die Welt 

„Jetzt ist unsere Seife qualitativ hochwertig und wir können sie an Unternehmen, Shops und Einzelpersonen verkaufen. Mit viel Zuversicht haben wir eine Hohe Menge an Materialien gekauft und sind bereit, die Produktion auszubauen“, erzählt Teresiah nyaguthii.  

We walk the talk 

Als Hilfsorganisation, die Inklusion und Gleichberechtigung fordert, sehen wir uns bei Licht für die Welt als Vorbild. Wir bemühen uns, Frauen in den verschiedenen Bereichen unserer Organisation zu fördern.  

Unsere Aktivitäten in der Organisation 

Wie der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon richtig sagte:“ Frauen zu fördern ist nicht nur ein Ziel an sich. Es ist die Grundvoraussetzung für ein besseres Leben für alle auf diesem Planeten.“ Unter diesem Motto haben wir uns bei Licht für die Welt in den letzten Jahren besonders dafür eingesetzt, Frauen für die Organisation zu begeistern und vor allem Frauen mit Behinderungen anzusprechen. Unsere offenen Stellen richten sich an alle Menschen, doch möchten wir Frauen mit Behinderungen besonders dazu aufrufen, sich zu bewerben.  

Frauen und ihre Errungenschaften sichtbar machen 
Mit Massnahmen wie dem Her Abilities Award wollen wir die Errungenschaften von Frauen mit Behinderungen ins Rampenlicht rücken und zeichnen sie in den Kategorien Kunst, Kultur & Sport, Rechte und Gesundheit & Bildung für ihre Bemühungen aus.  

Mit Sprache Realität verändern 
Wir setzten Sprache gezielt und verantwortungsbewusst ein, denn sie formt unsere Kultur. Dabei legen wir besonderes Augenmerk auf gendersensible und inklusive Sprache, die alle Menschen miteinbezieht. 

Frauen in unseren Projekten
Die Stimmen von Frauen mit Behinderungen werden oft überhört, was zu gesellschaftlicher Benachteiligung führt. Um das zu verhindern, erreichen wir gezielt Frauen mit Behinderungen, um sie für unsere Projekte und Hilfsangebote zu begeistern. Zusätzlich reduzieren wir aktiv Barrieren, die ihnen eine Teilnahme erschweren würde.  

Frauen fordern ihre Rechte ein 
Da Frauen mit Behinderungen in vielen Behindertenrechtsorganisationen unterrepräsentiert sind, werden ihre Anliegen oft nicht vertreten. Deswegen stärken wir Frauenorganisationen.