Pandemie: Schulschliessungen führen zu verheerenden Langzeitfolgen

Durch die Auswirkungen der Pandemie sind viele positive Entwicklungen der letzten Jahre rückläufig. Egal, ob es sich um Gleichberechtigung am Arbeitsplatz, Kinderbetreuung oder Bildung handelt.
Der 12-jährige Karim und seine Freunde freuen sich wieder in die Schule gehen zu dürfen (c) Licht für die Welt

Licht für die Welt setzt sich seit 2013 vor allem in ärmeren Ländern für inklusive Bildung ein. Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie können weltweit mehr als 1,5 Milliarden Kinder und Jugendliche nicht mehr in die Schule gehen. Weniger wohlhabende Staaten sind hier besonders betroffen. Selbst wenn Online-Unterricht möglich ist, fehlt vielen Familien der Zugang zum Internet und zu digitalen Geräten. Dadurch wird die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert.

Dabei ist Bildung der „Grundstein für viele andere grundlegende Rechte. Schon vor COVID-10 wurden mehr als 32,5 Milliarden Kinder mit Behinderungen ihr Recht auf Bildung verwehrt. Aufgrund wiederkehrender Lock-Downs und Budgetkürzungen sind so viele mehr betroffen“, erklärt Nafisa Baboo, Direktorin für inklusive Bildung bei Licht für die Welt.

Die Zukunft von mehr als einer Milliarde Kinder steht auf dem Spiel 

Die GründerInnen der Kampagne #OneBillionVoices möchten sich mit dieser Situation nicht zufriedengeben und machen auf die Situation von 1,5 Milliarden Kindern und Jugendlichen aufmerksam, die aufgrund des Lock-Downs die Schule nicht besuchen können.

Die Dauer der Pandemie ist jetzt noch nicht absehbar, doch ihre negativen Auswirkungen im Bildungsbereich sind deutlich. Neben fehlenden Lernfortschritten ist die Zukunft von vielen Kindern und Jugendlichen bedroht. Die Pandemie hat in zahlreichen Staaten die Kürzung des Bildungsbudgets zur Folge. Die Weltbank vermerkt Budgetkürzungen im Bildungsbereich von bis zu 10%. Die Auswirkungen sind verheerend.  

Laute Stimmen für Bildung für alle

Mit #OneBillionVoices wollen wir nicht nur auf die weltweite Bildungssituation aufmerksam machen. Wir stellen auch Forderungen! Allen voran müssen Regierungen 20% der öffentlichen Ausgaben in Bildungsaktivitäten fliessen lassen. Die Regierungen der Geberstaaten müssen ihre Versprechungen einlösen und ihre Investitionen in die Entwicklungszusammenarbeit erhöhen.

Zudem gilt es erfinderisch zu werden und neue Finanzierungsmöglichkeiten zu finden, um gerechte Bildungssysteme bauen zu können, die alle SchülerInnen einbinden.

Das Umfeld macht Fernunterricht möglich

Obwohl auch der 12-jährige Juma im Flüchtlingslager im Sudan nicht mehr in die Schule gehen kann, wird er von Licht für die Welt weiterhin im Distance Learning unterstützt. Als Baby erlitt er lebensgefährliche Brandverletzungen, die nicht nur körperliche, sondern auch psychische Behinderungen hinterlassen haben. 

Das Programm von Licht für die Welt hat ihm geholfen, sich weiterzuentwickeln. „Er hat in letzter Zeit so viel dazu gelernt. Jetzt kann er Dinge machen, die vorher nicht möglich waren“, freut sich seine Mutter Sarah. 

Gerade für Kinder mit Behinderungen hat der Lock-Down nachhaltige Folgen. Viele Zusatzangebote, die sie in der Schule erhalten, fallen weg. Jene, die Fortschritte durch regelmässige Rehabilitation und Training erzielen konnten, werden ohne kontinuierliches Training zurückfallen.

Wie die Zukunft unserer Kinder aussehen wird, haben wir jetzt in der Hand. Kürzungen im Bildungsbereich sind nicht der richtige Weg, um die Pandemie und ihre Langzeitfolgen gut meistern zu können.