Südsudan: Ausharren im Ungewissen

Am heutigen Weltflüchtlingstag sind im Südsudan immer noch 4,3 Millionen Menschen auf der Flucht. Unter ihnen sind Menschen mit Behinderungen, die durch die COVID-19 Pandemie noch grösseren Risiken ausgesetzt sind.
LICHT FÜR DIE WELT Helferin Sophia Mohammed und die kleine Nyaush (c) LICHT FÜR DIE WELT

„Als wir sie fanden, lag sie einfach nur da. Sie hat nicht geschlafen und nicht gegessen,“ beschreibt LICHT FÜR DIE WELT Mitarbeiterin Sophia Mohammed den Moment, der Nyaushs Leben verändern sollte. Das einjährige Mädchen lebt im Flüchtlingslager Mangathen im Südsudan und leidet an einer Hirnabflussstörung, auch Hydrocephalus genannt. Zu dem Zeitpunkt brauchte sie dringend Hilfe. Nyaush wurde sofort nach Uganda gebracht und dort operiert. 

Das ist bald zwei Jahre her. Heute lacht Nyaush, lernt sprechen und erkundet die Welt. Doch die Gefahr um ihr Leben ist noch nicht gebannt. Seit die COVID-19 Pandemie den Globus überzogen hat, kann das kleine Mädchen die wichtigen Nachuntersuchungen in Uganda nicht mehr wahrnehmen, weil die Grenzen geschlossen sind.

COVID-19: Flucht und Hygienemassnahmen?

Die Zahl der COVID-19 Fälle steigt im Südsudan trotz strenger Ausgangsbeschränkungen und einer nächtlichen Ausgangssperre. Derzeit sind 4,3 Millionen Menschen auf der Flucht, davon 63%  Kinder. Viele von ihnen leben in überfüllten Flüchtlingslagern im Südsudan oder in den Nachbarstaaten. Die Hygienemassnahmen einzuhalten ist die einzige Chance für Flüchtlinge sich vor COVID-19 zu schützen. Doch es fehlt an allem: Wasser, Seife und vor allem Platz. Menschen mit Behinderungen in diesem Chaos zu erreichen ist eine grosse Herausforderung.

Gemeinsam Menschen mit Behinderungen helfen

Die Hilfsorganisation LICHT FÜR DIE WELT arbeitet eng mit anderen Organisationen zusammen. Gemeinsam helfen wir Menschen mit Behinderungen, informieren sie und versorgen sie trotz Ausgangssperre mit lebenswichtigen Medikamenten. „Sie sind sehr besorgt, da ihre Grundversorgung stark eingeschränkt ist,“ weiss Sophia Mohammed „Die meisten bleiben zuhause, wenn sie eines haben.“


Auch die kleine Nyaush kann nur hoffen, dass alles gut verheilt, denn vorerst kann sie nicht nach Uganda für notwendige Nachuntersuchungen. Es besteht noch immer die Gefahr, dass eine gelegte Gefässverbindung in ihrem Gehirn verrutscht und sie in Lebensgefahr bringt. Bis klar ist, wie es weiter geht, bringt ihre besorgte Mutter Nyaush weiterhin in die Therapie von LICHT FÜR DIE WELT und hofft, dass die Grenzen bald wieder öffnen.