Vortrag vor Lions Club Zürichsee

Klara Landau erzählte vor den Mitgliedern des Lionsclubs Zürichsee über ihr Engagement bei Licht für die Welt. Die VR-Präsidentin von Licht für die Welt Schweiz und ehemalige Direktorin der Augenklinik am Universitätsspital Zürich berichtete von über 2,2 Milliarden Menschen weltweit, die ihre Sehkraft teilweise oder ganz verloren haben. Dem Grossteil dieser Menschen könnte geholfen werden.

Am 20. Oktober hielt Klara Landau vor den Mitgliedern des Lionsclubs Zürichsee einen Vortrag über ihr Engagement bei Licht für die Welt Schweiz. Klara Landau ist VR-Präsidentin bei Licht für Welt Schweiz und war ehemals Direktorin der Augenklinik des USZ. Eindrücklich, in offenen Worten schilderte sie, wie sie in diese ehrenamtliche Funktion quasi «hineingedrängt» wurde und diese heute mit grosser Begeisterung und Engagement ausfüllt. 2016 wurde sie vom damaligen VR-Präsidenten Peter Bosshard angefragt, ob sie im Verwaltungsrat mitwirken wolle, als passives Mitglied, da sie ja beruflich mit der Leitung der Augenklinik mehr als ausgelastet war. Die Situation änderte sich, als Klara Landau 2018 pensioniert wurde und gleichzeitig die Nachfolge von Peter Bosshard antrat, da dieser unerwartet verstorben war. Nun hatte sie mehr Zeit zur Verfügung und wollte diese nutzen um sich ein Bild zu machen, welche Art von Hilfe Licht für die Welt leistet, und mit welchem Erfolg. Also nahm sie an einer Projektreise nach Mosambik teil.

«Das war eine emotionale Achterbahnfahrt» erzählte sie. Sie sei ständig zwischen Hoffnung und blankem Entsetzen geschwankt. Eines der erschütterndsten Erlebnisse hatte sie mit einem fünfjährigen Mädchen. Das Kind hatte ein farbiges Tuch um seinen Kopf gebunden. Erst auf den zweiten Blick konnte man erkennen, dass im Bereich des linken Auges ein riesiger Tumor gewachsen war, den die Mutter versuchte hatte, mit farbigen Bändern zu verschönern. Klara Landau diagnostizierte schnell, dass es sich um ein Retinoblastom, einen bösartigen von der Netzhaut ausgehenden Tumor handelte. Sie wusste um die Zukunft dieses Kindes, das unter Qualen daran sterben wird und nur, weil es in Afrika lebt. In der Schweiz könnte nicht nur das Leben dieses Kindes gerettet, sondern auch das Augenlicht erhalten werden. Lange gab es in dem 30-Millionen Einwohner Land keinen Kinder-Augenarzt. Dank Licht für die Welt konnte unlängst einem einheimischen Arzt eine Weiterbildung in Indien ermöglicht werden, der heute in Mosambik als Kinder-Augenarzt tätig ist.

Klara Landau wurde noch mit weiteren Schicksalen konfrontiert. Sie traf eine 32-jährige Frau, die wegen grauem Star an beiden Augen seit drei Jahren völlig erblindet war. Durch Zufall erfuhr sie von einer naheliegenden Augenklinik, die von Licht für die Welt finanziert wurde. Dort wurden ihr während einer Operation von jeweils 15 Minuten zwei künstliche Linsen eingesetzt. Nur einen Tag später konnte der Frau der Verband abgenommen werden: Sie konnte wieder sehen. Zum ersten Mal überhaupt erblickte sie ihr Enkelkind, das in der Zwischenzeit geboren war. Während in der Schweiz der graue Star durch eine Standard Operation schnell und unkompliziert behoben werden kann, bleiben in Afrika noch immer viele Menschen oft jahrelang blind.

Der graue Star ist in Afrika viel weiter verbreitet, als hierzulande. Dies mag an der Genetik liegen, vielleicht an der Sonneneinstrahlung, die wissenschaftlichen Begründungen stehen bislang aus. Über 2,2 Milliarden Menschen weltweit haben ihre Sehkraft teilweise oder ganz verloren. Dabei könnte dem Grossteil dieser Menschen geholfen werden. Es fehlt an allem, in erster Linie an Fachpersonal. In Mosambik mit 30 Millionen Einwohner arbeiten gerade mal 30 Augenärztinnen und Augenärzte.  Seit 30 Jahren widmet sich Licht für die Welt dieser Herausforderung. «Es gibt noch viel zu tun» schloss Klara Landau ihren Vortrag.