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Hürden abbauen – Augenlicht retten

Die junge Mutter Nadja hält ihren Sohn Ainyr auf dem Arm. Er blickt über ihre Schulter direkt in die Kamera. Sein linkes Auge ist mit einem Verband versehen, da er gerade eine Operation am Grauen Star hinter sich hat.
Ainyr nach seiner Operation am Grauen Star (c) Ulrich Eigner
  • Augengesundheit

Ainyr war eines von 200.000 Kindern, dessen Sehkraft von Grauem Star betroffen war. Begleiten Sie den kleinen Jungen aus Mosambik auf seinem Weg zur Augengesundheit und erfahren Sie mehr über die Hürden, die Menschen mit Sehbeeinträchtigungen überwinden müssen, um Hilfe zu bekommen.

Ainyr kann wieder sehen. Eine von Licht für die Welt finanzierte Katarakt-OP hat sein Leben in eine neue Richtung gelenkt. Seine Mutter Nadja kann es kaum glauben.

Nadja aus Mosambik hält ihren Sohn Ainyr in den Armen nachdem er am Grauen Star operiert wurde. Der kleine Bub hat einen Verband am linken Auge und ist in eine bunte Decke gewickelt.
«Ich bin sehr dankbar, dass ich auf den einzigen Augenspezialisten der Region getroffen bin. Ansonsten wäre mein Sohn wohl für immer blind geblieben. Ein unabhängiges Leben zu führen ist für einen blinden Menschen sehr schwer«, sagt Ainyrs Mutter Nadja Alfonso.

Viele Hürden auf dem Weg Augenlicht zu retten

  1. Augenmedizinische Hilfe finden

    Ainyrs Mutter Nadja bemerkte schon nach drei Monaten beunruhigende Symptome an Ainyr. Seine Augen verdrehten sich wiederholt nach innen. Nadja fragte nach, bei ihrer Familie, bei Arbeitskolleg*innen und bei Freunden und Bekannten. Doch niemand wusste Rat.

    In abgelegenen Regionen ist es nicht leicht, Hilfe in einem spezifischen Bereich wie der Augengesundheit zu finden. Der Mangel an Augenärtz*innen ist groß. In Mosambik gibt es nur 25 Augenärzt*innen für mehr als 20 Millionen Menschen. Hinzu kommt, dass viele Menschen Angst vor Behandlungen an den Augen haben. Sie fürchten, durch eine Operation für immer zu erblinden.
  2. Gut ausgebildetes medizinisches Personal antreffen

    Als Krankenschwester in einem ländlichen Krankenhaus hat Nadja eine allgemeine Ausbildung, die nicht auf Sehbeeinträchtigungen ausgerichtet ist. Weder sie noch ihre Kolleg*innen erkannten die gängige Augenkrankheit. Erst als ein Augenspezialist Nadjas Arbeitsplatz in Namacura besuchte, wurde das Rätsel um Ainyrs Symptome gelöst. Grauer Star wurde bei dem Buben diagnostiziert und er wurde umgehend an die vier Stunden entfernte Augenklinik in der Provinzhauptstadt Quelimane überwiesen.

    Um zu vermeiden, dass Hilfesuchende schlechte Beratung wegen fehlender Fachkenntnisse erhalten, ermöglicht Licht für die Welt Aus- und Weiterbildungen für medizinisches Personal. Augenprobleme bei Kindern frühzeitig zu erkennen ist besonders wichtig, denn das Gehirn entwickelt sein Sehzentrum in den ersten Lebensjahren. Darum schulen wir Lehrpersonal und organisieren Sehtests in Schulen, damit Sehbeeinträchtigungen frühzeitig erkannt und die Bildung der Kinder nicht negativ beeinflusst wird.
  3. Distanz und finanzielle Ressourcen aufbringen

    Anders als hierzulande ist der Großteil der Bevölkerung in Mosambik auf den schlecht entwickelten öffentlichen Verkehr angewiesen. Das Bahnnetz ist in vielen afrikanischen Ländern kaum ausgebaut und Busse kommen wegen beschädigter Straßen nur langsam voran.

    Selbst wenn Augenoperationen kostenfrei angeboten werden, müssen Betroffene das Geld für eine lange Busreise für sich und eine Begleitperson aufbringen. Zudem fehlt das Einkommen von mindestens zwei Tagen Arbeit, die stattdessen im Krankenhaus verbracht werden.

    Nadja hat großes Glück, denn ihre Mutter lebt in Quelimane und die Kleinfamilie konnte nach Ainyrs Katarakt-OP problemlos unterkommen, anstatt mit einem frisch operierten Kind eine Busreise von vier Stunden antreten zu müssen.
  4. Mehrere Kontrolluntersuchungen wahrnehmen können

    Oftmals sind mehrere Untersuchungen notwendig, bevor eine Diagnose gestellt werden kann. Manche Familien können sich eine Anreise ins Krankenhaus und die fehlenden Arbeitstage leisten. Häufen sich die Wege ins Krankenhaus jedoch, sind die Ressourcen oftmals erschöpft und Behandlungen können nicht fortgesetzt werden.

    Ainyr hatte an beiden Augen Grauer Star und benötigte daher zwei Operationen sowie Nachuntersuchungen. Diese wurden in einem Zeitraum von sechs Monaten durchgeführt und aufgrund der Covid-19 Pandemie mehrmals verschoben. Das erste Mal war Nadja sehr nervös, doch der erfahrene Kinderaugenarzt konnte sie beruhigen. Der Graue Star in Ainyrs Augen war nicht zu weit fortgeschritten und daher leicht zu operieren.
  5. Flächendeckende Hilfe ist notwendig

    Wenn Betroffene in abgelegenen Gebieten wohnen, leben sie in vielen Fällen lange Zeit mit ihrer Augenkrankheit ohne Hilfe zu finden. Um auch diese Menschen zu erreichen, organisiert Licht für die Welt Programme zur augenmedizinischen Unterstützung in Folge dessen ein Spezialist*innenteam für einen kurzen Zeitraum in einem abgelegenen Krankenhaus untersucht, operiert und behandelt.

    Betroffene erfahren über ihre Gemeinde oder das Radio von der Hilfsaktion und können spontan kommen, um behandelt zu werden. Hier wird Erwachsenen und Kindern geholfen.

Kleine Erfolge auf dem Weg zum großen Ziel

> DO NOT publish anywhere before mid-October 2022! Always get in touch with Sandra Wölfl when you want to use this story < Ainyr Alfonso *06/2020 is a boy from Mozambique, who had congenital bilateral cataract. He was operated in April 2022 in the Central Hospital da Quelimane by Dr. Vasco da Gama. *** This is the coverstory for the DACH X-MAS campaign 2022! It will be used from October – January. ***

Dass Ainyr heute sehen kann, verdankt er der Arbeit von Licht für die Welt und einigen glücklichen Fügungen. Augenspezialist*innen wie jener, der in Nadjas Krankenhaus gearbeitet hat, werden von Licht für die Welt ausgebildet.

Der Aufbau der Augenklinik in Quelimane wurde von uns unterstützt und auch die Ausbildung des einzigen Kinderaugenarztes in Mosambik wurde durch die Spenden an Licht für die Welt ermöglicht. Licht für die Welt hat schon viel geschafft und trotzdem liegt noch ein weiter Weg vor uns, um allen Menschen augenmedizinische Versorgung zu ermöglichen.